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    <item>
      <title>Herzensschwestern</title>
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      <description />
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         Der letzte Liebesgruß an Töchterlein
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/f70da950abf14bb48d91fa7007222179/dms3rep/multi/2022_11+Karte+Liebes+To%C3%8C-chterlein.jpeg"/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;span&gt;&#xD;
    &lt;a href="/"&gt;&#xD;
      
            
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
  &lt;/span&gt;&#xD;
  
         Nachdem im Jahre 2021 die Adoption von Adelheid als Mutter auf mich als adoptiertes Töchterlein erfolgt war, schrieben beide Mütter gemeinsam in der Wohnung in Erfurt in der Rudolfstraße 14 diesen liebevollen Alltagsgruß an mich.
          &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Luise war schon stark gezeichnet vom fortschreitenden Krebs und Adelheid war in der Familie Wichmann zu Besuch und erheiterte durch Flötenspiel und Unbeschwertheit die Tage von schwerer Pflege an und mit Luise. Das gemeinsame im Ehebettschlafen der beiden steht für die Nähe der Herzensschwestern, die durch jahrzehntelange Freundschaft bis in schwere Krankheit, bis zum Tod trägt.
          &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Für mich ist es eine der schönsten schriftlichen Erinnerungen an diese gemeinsame, schwere und intensiv begangene Zeit, an die Gemeinschaft und für die neue Situation als Adoptivtochter.
          &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Einen Monat lang hatte ich zwei lebende Mütter, die diese Situation beide liebten!
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Wenige Wochen später starb Luise - genau vier Jahre nach ihrem lieben Martin, meinem Vater.
          &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Die Karte beinhaltet für mich soviel Trost. Sie zeigt für mich, dass das gemeinsame Leben und nicht Neid und Missgunst, sondern Liebe die sich durch Teilen vergrößert. Selbst im Angesicht von schwerer Krankheit und des Todes. „Wenn das Brot das wir teilen…in der Liebe die alles um fängt“
          &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Lied: "Wenn das Brot, dass wir teilen..."
          &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://www.youtube.com/watch?v=vt_e67RZ348" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           https://www.youtube.com/watch?v=vt_e67RZ348
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;h3&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Flötistin Adelheid
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Adventsmusik...
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
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      <pubDate>Sun, 14 Apr 2024 08:52:40 GMT</pubDate>
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        <media:description>thumbnail</media:description>
      </media:content>
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      </media:content>
    </item>
    <item>
      <title>Kartengrüße - Schreibkultur</title>
      <link>https://www.beate-wichmann.de/kartengruesse-schreibkultur</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         Kartengrüße zum Geburtstag, Weihnachten und Dankespost
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/f70da950abf14bb48d91fa7007222179/dms3rep/multi/2016_12_19+Dank+80geb+Weihnachtsgru%C3%8C-%C3%83-e.jpeg"/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  
         Es ist eine gute alte Kultur, die meine drei Eltern miteinander pflegten.
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Das gegenseitige Beglückwünschen und Bedanken hatte einen festen Platz im Leben. Es wurde sich regelmäßig Zeit genommen für Briefe und Antworten auf Briefe und manchmal dabei gemeinsam auf einem Bogen Papier geschrieben.
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Hier schreibt meine Mutter Luise anlässlich Weihnachten 2012, indem Jahr als Adelheid ihre langjährige Lebensgefährtin Sabine verloren hatte über das erste Weihnachten ohne Sabine. Und auf einem gemeinsamen Papier dankt mein Vater ausführlich für die Glückwünsche zu seinem 80. Geburtstag. Er schrieb relativ selten Briefe, er mühte sich leserlich zu schreiben und berichtet über seine auf das Leben rückblickenden Gedanken und den Verlauf des Festes selbst. Ergänzend folgen in der Handschrift von Luise Weihnachtsgrüße. Dieser Brief ist aus dem Jahr 2016 - 2 Jahre vor dem Tod meines Vaters im Dezember 2018.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Beate Krautter-Wichmann 14.4.2024
          &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/f70da950abf14bb48d91fa7007222179/dms3rep/multi/2012_12+Weihnachtsgru%C3%8C-%C3%83-e+nach+Sabines+Tod.jpeg" alt=""/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
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      <pubDate>Sun, 14 Apr 2024 07:24:28 GMT</pubDate>
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        <media:description>thumbnail</media:description>
      </media:content>
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        <media:description>main image</media:description>
      </media:content>
    </item>
    <item>
      <title>Der erste Badra Besuch</title>
      <link>https://www.beate-wichmann.de/der-erste-badra-besuch</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;h3&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/h3&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           
         &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;h3&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
          Adelheid Ostern 1975 in Badra
          &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h3&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
          Nun sollte das Kennenlernen endlich besiegelt werden. Der erste Besuch im Bild vor der Taufkirche festgehalten - ich sitze im Kinderwagen und Mechthild steht neben mir - Adelheid blickt etwas auf mich herab...
         &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
          Wer sich über Badra weiter informieren will:
          &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
          &amp;lt;https://de.wikipedia.org/wiki/Badra&amp;gt;
         &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
          Stand 31.12.23
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
           ﻿
          &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;h3&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Besuch
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Mechthild mit Puppe / Beate und Adelheid
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Badra 1975
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <enclosure url="https://cdn.website-editor.net/f70da950abf14bb48d91fa7007222179/dms3rep/multi/1975+Ostern+Besuch+Patenschaft-f662a8f3.JPG" length="379121" type="image/jpeg" />
      <pubDate>Sun, 31 Dec 2023 11:02:34 GMT</pubDate>
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        <media:description>thumbnail</media:description>
      </media:content>
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        <media:description>main image</media:description>
      </media:content>
    </item>
    <item>
      <title>Die neue Patenschaft</title>
      <link>https://www.beate-wichmann.de/die-neue-patenschaft</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         Die neue Taufpatenschaft von Adelheid an Beate
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;h2&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Brief Luise an Frl. Krautter!
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h2&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
                                              Badra am 14.7.1974
          &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Liebes Fräulein Krautter!
            &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
           Heute will ich nun endlich mal auf ihren lieben Brief antworten. Wir freuen uns, dass sie die Patenschaft angenommen haben. irgendwann wird es nun auch mal passen, dass wir uns mal kennen lernen können. Im Moment habe ich leider noch keinen neueren Fotos von unserer Beate, aber wir denken an Sie. Beim ersten Kind wird wahrscheinlich noch mehr fotografiert, bei uns war es jedenfalls so.
            &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
           Haben Sie recht herzlichen Dank für Ihren netten Bericht von Ihrem Schaffen. ja, so ist es, das weiß ich auch noch aus eigener Erfahrung, als Alleinstehende hat man immer ein volles Programm, dass man manchmal nicht weiß, was man zuerst und zuletzt machen soll. Wenn man verheiratet ist und Kinder hat, sieht es dann doch ein bisschen anders aus, man muss sich auf bestimmte Dinge beschränken, und diese füllen einen auch aus, für Hobbys bleibt meist nicht mehr so viel Zeit, jedenfalls solange die Kinder noch klein sind.
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
           Georg und Mechthild sind ja schon ein bisschen vernünftiger und wir konnten schon schöne Ausflüge mit ihnen machen. Beate muss nun erst heranwachsen, dass sie mithalten kann. Sie ist jetzt fünf Monate und ist ein zufriedenes, freundliches Kindchen. Sie steht viel auf dem Hof, denn zum Herumfahren habe ich nicht so viel Zeit.
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
           Ich bin nun auch wieder 9 Stunden wöchentlich im Dienst und erhalte damit für mich und die drei Kinder die Krankenversicherung.
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
           Der Vati füttert dann die Kleine mal und legt sie mal trocken, Mechthild geht in den Kindergarten und Georg zur Schule. Im Moment hat er Ferien. Mechthild war jetzt vier Wochen in einem Kinder Erholungsheim an der Ostsee in Boltenhagen. Es hat ihr sehr gut gefallen, obwohl das wettermäßig wohl nicht so günstig war.
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
           Pfingsten war die Schwiegermutter gestorben, und nun müssen wir erst mal sehen, wie es mit dem Schwiegervater wird. Versuchsweise war er schon mal 14 Tage hier neulich und kommt nächste Woche auch wieder zu uns. Zwei Töchter sind unverheiratet in Weimar und Magdeburg und ein Sohn verheiratet in Berlin.
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
           Wenn unser Pfarrhaus frei wäre, könnte er prima hier wohnen.
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
           Unsere Wohnung ist im Sommer ganz schön, im Winter recht kalt. Es soll viel am Haus gemacht werden, aber das geht nicht so schnell, wie man gern möchte. Meine Schwester, die bei Magdeburg wohnt, der Mann ist auch Pfarrer, hat vier Kinder zwischen sieben und 13 Jahren. Sie soll jetzt an der Lunge operiert werden. Da möchte man als Schwester auch gern helfen, nur ist es leichter gesagt als getan. Die Gemeinde hat vier Hilfe angeboten. Meine Eltern in Erfurt sind gesundheitlich auch nicht so stabil, mein Vater will sich jetzt eventuell vorzeitig pensioniert lassen. Da gibt es überall Probleme, womit ich sie jetzt aber nicht länger belasten will. Von ihrer lieben Mutter erfahren Sie gewiss auch immer etwas von uns, nur jetzt bin ich wenig zum Schreiben gekommen. Für Beate haben wir jetzt keinen speziellen Wunsch.
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
           Mit Babysachen sind wir durch ihre Mutter ganz gut schon versorgt.
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
           Nun will ich für heute schließen.
            &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
           Mit ganz herzlichen Grüßen von unserer ganzen Familie Ihre Luise Wichmann
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
           KOMMENTAR: Dies ist der Brief, indem meine Mutter sich bei Adelheid für die Annahme der Taufpatenschaft kurz nach meiner Taufe bedankt! Eine so kurzfristige Reise war offensichtlich nicht möglich.
            &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            ﻿
           &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;h1&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           Hier der Originalbrief
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h1&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           4 SEITEN IN A5
          &#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
      <enclosure url="https://cdn.website-editor.net/f70da950abf14bb48d91fa7007222179/dms3rep/multi/1974+Taufurkunde+Beate.jpg" length="357134" type="image/jpeg" />
      <pubDate>Sun, 31 Dec 2023 10:15:16 GMT</pubDate>
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    </item>
    <item>
      <title>Die Abwicklung der Sonderzahlungen</title>
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      <description />
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         Die Umsetzung denkbar einfach- Behörden at it´s best!
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/f70da950abf14bb48d91fa7007222179/dms3rep/multi/IMG_6036+Kopie.jpg"/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  
         Jetzt zu dem Abkommen der Partnerkirchen. Es gab Sonderzuwendungen, die sich die freiwillige Person auszahlen lassen musste und dann ohne weitere Abrechnung ausgeben konnte. Ein solcher Aufforderungsbrief und Abwicklungsbrie aus 1983 ist hier zu sehen. Ist es nicht eine wunderbare Weise, dass man dies im guten Glauben machte? Wurde hier nicht ein wunderbares Exempel statuiert, das zeigt, dass die Buchhaltung nicht über den menschlichen Beziehungen stehen darf? Was macht es heute so schwierig solche kleinen Beträge im guten Glauben den Besitzer wechseln zu lassen, ohne ganze Verwaltungseinheiten damit zu beschäftigen? Warum soll immer Spitz auf Knopf abgerechnet werden, wenn es doch dann mehr der Sache schadet als nützt. Offensichtlich gab es Zeiten in den 1970er und 1980er Jahren, wo mit solchen Verfahren anders umgegangen wurde. Daran lohnt es sich anzuknüpfen, heute im hier und jetzt!
          &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Ich kann dem Württembergischen Diakonischen Werk nicht genug über diese großherzige Geste danken.
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
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      <pubDate>Sun, 31 Dec 2023 08:37:08 GMT</pubDate>
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      </media:content>
    </item>
    <item>
      <title>Württembergisches Werk - Patenschaft</title>
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      <description />
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         Die Patenschaft mit Irmgard Krautter
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/f70da950abf14bb48d91fa7007222179/dms3rep/multi/IMG_6032.jpg"/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  
         Mein Vater Martin Wichmann kam nach seinem Vikariat als junger Pfarrer in ein kleines Dorf am Fuße des Kyffhäusers. In Badra ließ er sich Mitte der 1960er Jahre nieder und hoffte auf das Nachkommen meiner Mutter, die er kurz zuvor in Eisenach kennengelernt hatte. Sie heirateten 1965 und richteten sich das Leben in dem Pfarrhaus in der kleinen Dorfgemeinde ein. Es lebten dort im Haus noch Leute, die woanders keine Unterkunft hatten, so dass alles sehr beengt und sehr einfach war. Das Nachbardorf Steinthalleben hatte mein Vater mit zu betreuen, theoretisch war auch der Kyffhäuser selbst im Gebiet der Gemeinde. „Barbarossa kam nie in den Gottesdienst“ pflegte mein Vater immer scherzhaft zu sagen.
          &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Hinter dem Eisernen Vorhang, mitten in der thüringischen Provinz ging es sehr einfach und nicht gerade kirchenfreundlich zu. Meine Eltern hatten jedoch keine hohen Ansprüche und lebten nach dem Grundsatz, dass man da seine Arbeit tut, wo man hingestellt wurde.
          &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Desto schöner war es, dass die Partnerlandeskirche in Baden-Württemberg sich etwas für die Thüringische Landeskirche ausgedacht hatte. Diese Art des aufopferungsvollen und entbehrungsreichen Lebens im Sinne der Nachfolge Jesu sollte unterstützt werden. Die Brüder im Osten hatten offensichtlich die Herzen derer im Westen nicht kalt gelassen. Zu frisch waren noch die Ereignisse rund um den Mauerbau und die Grenzsicherung aus dem Osten zwischen den beiden deutschen Staaten im Jahre 1961. Die Erinnerungen an das, was den Menschen nach dem 2. Weltkrieg als Aufbauleistung und Anpassung im Umdenken an demokratische oder sozialistische Prozesse leisten mussten, war im vollen Gange. Die Propagandamaschine dröhnte den Menschen zynisch in den Ohren: „Niemand hat die Absicht eine Mauer zu bauen“ und „Den Sozialismus in seinem Lauf, halten weder Ochs noch Esel auf.“
          &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Eine ganze Generation von Erwachsenen kannte Menschen die hier oder dort lebten. Sie wollten sich gegenseitig unterstützen. Es gab neue Formen der Unterstützung in Partner- oder Studentengemeinden, aber den Erzählungen zufolge auch eine ganz besondere Unterstützung des Diakonischen Werkes Baden-Württemberg.
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Ganz genau lässt sich das für mich nicht mehr nachvollziehen, das die handelnden Akteure bereits gestorben sind, aber so ungefähr.
          &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Den Erzählungen zufolge, suchte das Diakonische Werk in Württemberg Freiwillige, die bereit waren jährlich eine feste Summe abzurufen und das Geld in aus den Familien gewünschte Waren umzutauschen. Diese Waren wurden dann als Pakete in den Osten an junge Pfarrer gesandt. Mein Vater Martin bekam die Patenschaft zu Irmgard Krautter aus Schorndorf. Sie besuchte die junge Familie in Badra und sandte jährlich mehrfach Pakete mit den gewünschten Dingen. Ein kleiner Einblick findet sich in einem Schreibheft, wo die Waren mit Preisen vermerkt wurden. Es wurden meist Mangelgegenstände gesandt wie Kaffee, Kakao, Kleidung für Kinder oder Bastel- und Backwaren. Im Laufe der Jahre wurde eine richtige Beziehung daraus. Die Dankesbriefe wechselten sich mit Paketen ab und das beschwerliche Leben wurde dadurch für meine Eltern und uns als Familie etwas erleichtert. Meine Eltern bekamen drei Kinder und beim dritten Kind, fragten Sie die Tochter der „Tante Irmgard“ ob Sie die Taufpatenschaft übernehmen wolle. Dazu in im folgenden Beitrag dann mehr.
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Jetzt erst zu dem Abkommen der Partnerkirchen. Es gab Sonderzuwendungen, die sich die freiwillige Person auszahlen lassen musste und dann ohne weitere Abrechnung ausgeben konnte. Ein solcher Aufforderungsbrief aus 1983 ist hier zu sehen. Ist es nicht eine wunderbare Weise, dass man dies im guten Glauben machte? Wurde hier nicht ein wunderbares Exempel statuiert, das zeigt, dass die Buchhaltung nicht über den menschlichen Beziehungen stehen darf? Was macht es heute so schwierig solche kleinen Beträge im guten Glauben den Besitzer wechseln zu lassen, ohne ganze Verwaltungseinheiten damit zu beschäftigen? Warum soll immer Spitz auf Knopf abgerechnet werden, wenn es doch dann mehr der Sache schadet als nützt. Offensichtlich gab es Zeiten in den 1970er und 1980er Jahren, wo mit solchen Verfahren anders umgegangen wurde. Daran lohnt es sich anzuknüpfen, heute im hier und jetzt!
          &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Ich kann dem Württembergischen Diakonischen Werk nicht genug über diese großherzige Geste danken.
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
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      <pubDate>Sun, 31 Dec 2023 08:33:15 GMT</pubDate>
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      </media:content>
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      </media:content>
    </item>
    <item>
      <title>„Verstehen kann man das Leben oft nur rückwärts, doch leben muss man es vorwärts.“     Søren Kierkegaard</title>
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      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         Im Advent 2022 schrieben dies meine beiden Mütter Luise Wichmann geb. Dörmer und Adelheid Krautter:
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/f70da950abf14bb48d91fa7007222179/dms3rep/multi/2022_12+Liebes+To-chterlein-6ffde7d3.jpg"/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Ein Lebenszeugnis von zwei Müttern - für eine kurze Zeit - beide damit sehr glücklich!
           &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Ich versuche das Leben zu verstehen und manchmal ergibt es erst in der Rückschau einen Sinn. Adelheid hat uns als Familie Wichmann unterstützt, für mich wurde es zu einer lebenslangen Begleitung. Auf die Details werde ich hier nach und nach eingehen. In einem Hefter "Wichmanns DDR" finden sich Zeitzeugnisse, die ich aufgreifen, transkribieren und kommentieren möchte. Einerseits um das eigene Leben, aber auch das der Anderen zu verstehen. Die Anderen - die Eltern und die Patentante und Adoptivmutter - die sich nach und nach ganz unterschiedlich davon machen und doch so viel hinterlassen, was mir nachdenkenswert erscheint. 28. Dezember 2023
          &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
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      <pubDate>Thu, 28 Dec 2023 11:33:23 GMT</pubDate>
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      </media:content>
    </item>
    <item>
      <title>„Immer lustig und vergnügt, bis der Spatz ´nen Zentner wiegt!“</title>
      <link>https://www.beate-wichmann.de/immer-lustig-und-vergnuegt-bis-der-spatz-nen-zentner-wiegt</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         Tante Hildegard
          &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/f70da950abf14bb48d91fa7007222179/dms3rep/multi/F1AE5501-AE1F-4FDC-93C5-3C4D94185B86.JPG"/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
           „Immer lustig und vergnügt, bis der Spatz ´nen Zentner wiegt!“ - sprach meine 94jährige Tante auf die Frage, wie es ihr denn gehe. Lachend und vergnüglich werde ich im Altersheim begrüßt und gehe deshalb gerne hin. Wenn ein Tag mal an der Arbeit weniger Erfreuliches zutage gebracht hat, dann werde ich von meiner lieben, alten Patentante Hildegard immer wieder aus dem Tief geholt.
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
            Ich frage pro forma: „Wie geht es dir?“ - die Antworten schwanken und gehen so:
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
            „Wie soll es mir gehen?“
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
            „Was soll ich sagen, mir geht es doch gut. Ich habe doch hier alles.“
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
            „Gut, mir tut nichts weh. Ich bin gesund.“
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
            Die Wahrnehmung meinerseits ist: „Wie kann man so genügsam sein?“
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
            Die Realität der Röntgenbilder und Laborbefunde spricht die Sprache der Krebsarten im fortgeschrittenen Stadium. Gut das es offensichtlich nicht ins Gehirn dringt, diese voyeuristische Diagnostik, diese Befunde. Es gibt offenbar Lebensrealitäten, die sich anders zusammensetzen. Die onkologische Medizin hat auch dafür einen Index gebildet. Wie schätzt der Mensch seine Fähigkeit ein alltägliche Aktivitäten durchzuführen - Karnofsky Index. Tante Hildegard kennt ihn nicht, den Karnofsky nicht und den Index nicht und den Willen der anderen Menschen ihren Status einzuschätzen. Sie nimmt das Leben hin, als Gott gegeben. Fröhlich will Sie ihr Leben sehen und erzählt dann, wie es ist, wenn Sie im Bett liegt, in ihrem kleinen Zimmerchen im neu gebauten Altersheim zwischen der Weimarer Klassik und dem ehemaligen Konzentrationslager Buchenwald irgendwo im nirgendwo ohne große räumlichen Anbindung an die Welt. Sie denkt dann an die Menschen, die sie kennen gelernt hat. In 94 Jahren waren das so einige und sie lässt die Menschen dann vor ihrem inneren Auge vorbeiziehen. Die Fotographien mit den wichtigsten Personen sind im Zimmer verteilt und helfen der schwächer werdenden Erinnerung auf die Sprünge. Eine gute Übung: Eltern - Großeltern - Geschwister - Ehemann - Cousinen, Nichten und Neffen und Leute in den Schulen, Gemeinden und in den Dörfern und Städten des Lebens. Sie sagt nicht wie Sie über die Leute genau nachdenkt, aber vielleicht habe ich nur nicht genau genug auf die Zwischentöne gehört. Ich nehme mir vor beim nächsten Mal besser darauf zu achten. Noch kann ich Tante Hildegard fragen. Sie erinnert nicht mehr alles, nicht mehr zeitlich genau, aber Sie ist der Blick in die eigene Vergangenheit. Sie ist ein Spiegelbild für mich und ich für Sie. Sie spürt wie wunderbar sich das anfühlt und spricht es aus: „Es ist schön in dein fröhliches Gesicht zu sehen!“ - Ich finde ihre laute und schrille Art so angenehm vertraut. Sie hat sich durchgesetzt im Leben. All ihre Macken und Eigenarten vor den Veränderungsbemühungen der anderen Menschen geschützt und beibehalten. Sie lebt im Herzen fröhlich, ihren treuen Glauben und singt und betet immer noch gern. Sie weiß und hofft, dass Sie eines Tages bei Gott ist und dass beruhigt sie. Sie sagt nichts davon, dass sie bald da hin will. Sie hat noch Lebensenergie. Es ist fast ein bißchen so, dass ihr langweilig ist. Das im Heim leben der letzten drei Jahre hat ihr Mühen des Alltags abgenommen und die überschüssige Energie ist frei geworden. Sie hat den Tod ihres geliebten Mannes Richard weggesteckt und neue Freundschaften geschlossen. Sie gibt immer den Ton an. Sie lässt sich nicht Kleinhalten. Nie. Sie sagt den unfreundlichen Mitmenschen laut und deutlich ihr Mitleid ins Gesicht, was diese Menschen wohl Schweres erlebt haben müssten, dass Sie nun so unfreundlich seien und denen, die unterhaltsam sein wollen ihre Kritik, dass ihr langweilig sei. Sie nimmt kein Blatt vor den Mund und denkt im Traum nicht daran angepasst zu sein. Wofür auch?
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
      
           Im Bad hängt am Spiegel ein Zettel: „Montags Abend Duschen“ - er ist ausgedruckt ohne weitere Erklärung. Es ist wohl eine Art des hilflosen Ausdrucks des Umgangs mit der Altersdemenz. Der Zettel sagt: „Wir wollen nicht jedes mal in Frage stellen, dass einmal pro Woche geduscht wird. Bitte nicht diskutieren, sondern hinsehen.“ Leider wohl nur der hilflose Versuch die pflegerischen Schwierigkeiten der Person mit dem riesigen Selbstbestimmungsdrang sagen zu können: „Sehen Sie hin, da ist der Zettel, das haben wir so ausgemacht.“ Ich bin dankbar für den Dienst, den die Schwestern da verrichten. Ich sehe es ist schwierig und ich bin froh über die Hilfen. Ich frage mich: „Wie geht es mir einmal? Werde ich auch so leben müssen und werde ich auch so dankbar damit umgehen können? Wer wird mein Betreuer sein und für mich die Abrechnungen erledigen?“ Sicher ist es noch lange hin, es kann auch ganz anders kommen. Aber je häufiger ich die Tante da sehe, so in der Lebenssituation denke ich: Das will mir Gott sagen. So kann es gehen! Gar nicht so schlecht, wenn man es annehmen kann.
           &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;a href="/"&gt;&#xD;
      
           &amp;lt;https://www.youtube.com/shorts/bl1s9vVnMHo&amp;gt;
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
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      <pubDate>Sun, 29 Oct 2023 07:05:17 GMT</pubDate>
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        <media:description>thumbnail</media:description>
      </media:content>
      <media:content medium="image" url="https://cdn.website-editor.net/f70da950abf14bb48d91fa7007222179/dms3rep/multi/IMG_5356.jpg">
        <media:description>main image</media:description>
      </media:content>
    </item>
    <item>
      <title>#everynamecounts</title>
      <link>https://www.beate-wichmann.de/everynamecounts</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         #everynamecounts
        &#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/f70da950abf14bb48d91fa7007222179/dms3rep/multi/Bildschirm-foto-2023-01-21-um-10.36.10-837fdaab.png"/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;span&gt;&#xD;
    
          I
         &#xD;
  &lt;/span&gt;&#xD;
  
         ch habe den Arbeitsort geändert. Ich fahre nun täglich nach Weimar. Die Eisenbahn fährt im Viertelstündlichen Takt, die Arbeit gefällt mir. Fröhlich gelaunt stehe ich wieder leichtfüßig auf. Ich gehe noch im Dunkeln des Winters zum Bahnhof, fahre die fünfzehn Minuten Zeitungslesend nach Weimar. Dann verlasse ich das Bahnhofsgebäude und denke immer: hinter mir das ehemalige Konzentrationslager Buchenwald und vor mir das Hotel Kaiserin Augusta. Vor meinem inneren Auge sehe ich Stephané Hessel durch die Hotelhalle auf mich zukommen. Ein unvergessliches Erlebnis diesen sanften Menschen kennengelernt zu haben. Er, der so eine anregungsreiche Kindheit hatte und dann dann durch sein Wirken in der französischen Resistance in die Fänge der Nazis geriet. In Buchenwald hatte er durch geschicktes Agieren überleben können. Er hat ohne Groll noch lange in seinem Leben jungen Menschen davon berichtet, sanft und leise in der Stimme, aber umso deutlicher in den gut gewählten Worten. Er lebte den Schwur von Buchenwald und er steckte mich an mit seinem Optimismus.
          &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Ich gehe weiter die Carl-August-Allee hinab. Schnellen Schrittes, denn ich will mein Tagwerk beginnen. Ich sehe die überlebensgroßen Fotografien der Überlebenden am Ernst- Thälmann Platz und weiter unten am ehemaligen Gauforum gegenüber des Landesverwaltungsamtes sehe ich das Bild von Eva Pusztai, einer anderen für mich beeindruckenden Überlebenden vom KZ Auschwitz. Als Nächstes komme ich zum Bauhausmuseum und freue mich über das Schild zur Platzbenennung: „Stephané-Hessel-Platz“ - wie schön, dass es nach den anfänglichen Wiederständen doch noch geklappt hat. Wie schön hier in so exponierter Lage diesen Namen zu sehen. Wie schön, dass Stephané Hessel überlebt hat und nach dem Leiden so viel in seinem Leben erreichen konnte. Ich erfreue mich an seiner Mitarbeit der UN Menschenrechtscharta. Ich weiß, dass meine neue Arbeit die konsequente Fortführung dieser begonnenen Arbeit nach dem 2. Weltkrieg bedeutet. Dieses in Worte gegossene Gesetzeswerk, diese Selbstverpflichtung nach dem völligen Versagen der Mitmenschlichkeit.
          &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Wie viele haben sich nicht zuständig gefühlt?
          &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Wie viele haben weggesehen?
          &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Wieviele haben nur ihre Aufgabe gemacht?
          &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Ich versuche etwas mehr Gerechtigkeit für Menschen zu schaffen, die früheren blinde Flecken zu beseitigen helfen. Jedes Kind soll mit anderen zusammen lernen können. Jede und jeder sein Recht auf Bildung mit anderen zusammen wahrnehmen können. Keine und keiner soll in Ecken oder gar Sonderschulen abgedrängt werden. Eine Mammutaufgabe - eine gesellschaftliche Aufgabe! Alle sollen in ihrer Unterschiedlichkeit sein können, mehr noch ihre Fähigkeiten entfalten können. Ein Teil der Gesellschaft sein. Es ist das komplette Gegenteil von dem, was da oben auf dem Berg geschah, es ist nicht meine Schuld, aber ich spüre die Verantwortung, immer wieder. Jeden Tag!
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Ich gehe ins Amt. Jetzt um den 27. Januar herum denke ich an die Befreiung Auschwitz` 1945 - ich denke daran, wieviele es nicht wissen. Sie sind mit sich beschäftigt, sie haben Sorgen und Ängste. Aber ich spüre es. Soll ich es sagen? Soll ich die Menschen auffordern nachzudenken, soll ich mir diese zum Feind machen? Mache ich mir sie zum Feind? Wollen Menschen vielleicht aufgefordert werden? Sind vielleicht viele nur sprach- und hilflos, weil so viele nichts sagen?
          &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Ach, was soll schon passieren? Es ist doch unser immer wiederholtes Bekenntnis: „Nie wieder!“ Ziehen wir keinen Schlussstrich! Tun wir nicht so, wie die Verwalterin, die nur Sekretärin gewesen sein will.
          &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Nehmen wir die Verantwortung wahr. Nehmen wir wahr, dass HJ nicht immer Halbjahr hieß und SA nicht immer Sozialamt! Seien wir im Alltag sensibel. Tun wir, was wir tun können, bauen wir mit, an dem digitalen Denkmal: #everynamecounts - Bad Arolsen Archives
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Ein Aufruf sich zu beteiligen und dem „muss doch jetzt mal gut sein Denken“ zu entgehen. Der eigenen Bequemlichkeit ein ganz kleines Zeichen gegenüber zu setzen. Die Namen der Häftlingskarten von vielen Orten der Welt - von dem einen Ort zusammenzufügen. Auch hier in Weimar - in diesem Jahr 2023, wohl wissend, dass bald Wahlen sind und wir nicht nichts getan haben wollen. Schauen wir zurück und nach vorn, ohne Schlussstrich! Wir haben es versprochen…
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Weiterführende Links:
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Hinweis zu Stephané Hessel:
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         https://de.wikipedia.org/wiki/St%C3%A9phane_Hessel
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Zur Sekretärin / Stenotypistin von Stutthof
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         https://www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/bewaehrung-fuer-ehemalige-sekretaerin-kz-101.html
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Zur Aktion 30.000 Namen in einer Woche von Häftlingskarten aus dem ehemaligen KZ Stutthof als gemeinsames Denkmal zu digitalisieren:
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         https://everynamecounts.arolsen-archives.org/
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
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      <pubDate>Sat, 21 Jan 2023 09:51:03 GMT</pubDate>
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      </media:content>
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      </media:content>
    </item>
    <item>
      <title>Ich und Ich</title>
      <link>https://www.beate-wichmann.de/ich-und-ich</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;h3&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      
          Ich und Ich zu Stundenbeginn
          &#xD;
      &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/h3&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            
          &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
  &lt;p&gt;&#xD;
    
         Ich sehe mich im Klassenraum stehen. Ich sehe mich immer von oben rechts im Raum und beobachte mich von außen. Das hat nichts Furchterregendes oder Ungewöhnliches für mich. Es war immer so, ich musste nur erst erkennen, dass die anderen sich nicht so von außen beobachten.
          &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    
         Ich bin also immer über mir, leicht hinter mir und zwar rechts. Das muss so sein, sonst würde ich mich selbst ja nicht hören können, denn das linke Ohr ist taub. Ein taubes Ohr ist nicht schlimm, ich bin es gewohnt. Es ist schon lange so. Als Kind hatte ich öfter Ohrenschmerzen und irgendwann wurde dann einmal im Computertomograph ein Nebenbefund erstellt, dass ich Narben im Innenohr habe und deshalb der Schall im Gehirn nicht ankomme. Dann kann ich natürlich nicht verstehen, was jemand links neben mir sagt. Deshalb ist mein äußeres Ich immer rechts oben, hinten, damit ich alles gut verstehe, was es mir sagen will. Um falschen Vermutungen den Wind aus den Segeln zu nehmen sei der Vollständigkeit halber hier angemerkt, dass in dem Computerbild des Schädels nicht zu sehen war, dass ich verrückt sei. Es war aber ein Tumor auszuschließen und der wurde es. Mein Kopf ist, bis auf die Narben im Innenohr und der damit verbundenen einseitigen Taubheit, demzufolge ganz normal.
         &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    
         Ich sehe mich vor der Klasse stehend. Ich sehe desinteressierte Kinder. Schlimmer die Kinder ignorieren mich. Ich stehe in dem viel zu großen lang gezogenen rechteckigen Raum. Die Höhe ist fast vier Meter, ein riesiges Schallvolumen. Mein Ich sieht mir zu, wie ich beginne, mich zu ärgern, weil sich nicht automatische Ruhe einstellt. Das Ich ist, seitdem der große Fernseher in der rechten Ecke hinter mir hängt, etwas höher gerückt. Es schmunzelt über meinen immer gleichen Erregungsszustand. Ich rede mit mir: „Warum sind die Kids nicht ruhig, wenn ich als Lehrerin hier stehe und den Unterricht beginnen möchte?“ Es lacht vieldeutig. Ich sage laut und deutlich zu den Kindern: „Bitte öffnet die Fenster, packt aus und legt die Handys weg!“ Ich versuche es freundlich zu sagen. Meine Stimme ertönt fast kreischend, weil es so normal ist, dass keine Ruhe einkehrt und ich mich ärgere. Ich will nicht vor die Tür rennen und den Raum nochmal betreten müssen, um die über 120 Jahre alte Klassenraumtür hinter mir zuzuwerfen, damit mein Kommen bemerkt wird. Ich will nicht schreien. Ich spreche einzelne Schüler direkt an. Max: „Leg` dein Handy weg, sonst nehme ich es!“ Moritz: „Öffne doch bitte einmal die Fenster!“ Pippi: „Höre auf mit deiner Nachbarin zu reden!“- sie erwidern ohne den Gleichklang und die Dummheit ihrer Worte zu erfassen: „Warum immer ich?“ - Ich bin erstarrt. Ich frage mich, wie lange muss ich mir das gefallen lassen. Mir gefällt es nicht. Ich will nicht als Bittsteller des Staates gestellt sein vor unwillige Wesen, die den Sinn des Lernens nicht im Ansatz aus intrinsischer Motivation ziehen. Sie wollen zocken, ihre Ruhe, sich miteinander beschäftigen. Mein Ich sagt: „Du bist ein Störfaktor in ihrem Leben“ - ich bin noch entnervter. Ich rufe stimmschonend ein kurzes: „Ruhe!“ und ergänze dann: „Ich möchte beginnen!“ Oft geht es los und jemand fragt: „Kann ich die Fragen stellen?“ Ich bin erleichtert, ob der Einsichtsfähigkeit und der Beendigung der unguten Ausgangssituation. Mein Ich sagt von oben: „Es geht doch nichts über Rituale.“ Ich lächle mir zu und fahre nach den Eingangsfragen mit einem neuen Thema fort…Frohe Weihnachten
         &#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
           2021!
          &#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/p&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
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      <pubDate>Fri, 24 Dec 2021 08:07:47 GMT</pubDate>
      <author>d4adb080-8675-40cd-b1e8-15c9603a0f91 (Beate Wichmann)</author>
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      </media:content>
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      </media:content>
    </item>
    <item>
      <title>Flieh´ flu und Corona du - Gedicht zum Advent 2021</title>
      <link>https://www.beate-wichmann.de/flie-flu-und-corona-du-gedicht-zum-advent-2021</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         Zum Advent 2021
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/f70da950abf14bb48d91fa7007222179/dms3rep/multi/A10C8397-1635-4C78-A300-E22338175A29.jpeg"/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  
         Lasst doch nicht die Schranken - Schranken
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Bringen uns all hier ins Wanken
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Sondern nehmt beherzt jetzt an
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Dass man doch was machen kann!
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Ein Gesetz muss her nun balde
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Damit nicht nur lebt im Walde
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Eine Oma in der Hütte
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Sondern hier und dort - als Bitte?
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Impfen ist für alle möglich
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Und das ist nicht ganz so tödlich
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         wie so mancher angenommen
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Der auf „Intensiv“ gekommen.
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Lasst uns unser Weihnachtsfest
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Sehen als das was es i (e) st
          &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Eine Feier an dem Nest
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Jesus sah der Welten Rest!
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Damals war es auch schon bitter
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Menschen sandten andre weg
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Ganz egal ob Sturm, Gewitter
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Mussten sie doch auf den Weg!
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Zäune hier und dort
          &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Wollen auch mal hin, mal fort
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Doch wir wollen alle sein:
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Gesund nur und nie ganz allein.
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Ach was sind der Welten Klagen:
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Klein, wenn man gesehen viel
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Christian, Karl und Lothar sagen:
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         Nur zusammen geht’s zum Ziel!
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
  
         29.11.21 Beate Wichmann
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
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      <pubDate>Mon, 29 Nov 2021 04:17:34 GMT</pubDate>
      <author>d4adb080-8675-40cd-b1e8-15c9603a0f91 (Beate Wichmann)</author>
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        <media:description>thumbnail</media:description>
      </media:content>
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        <media:description>main image</media:description>
      </media:content>
    </item>
    <item>
      <title>Eva´s Apfelsuppe</title>
      <link>https://www.beate-wichmann.de/evas-apfelsuppe</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         Salve TV Eva´s Apfelsuppe
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;a href="/" target="_blank"&gt;&#xD;
    &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/f70da950abf14bb48d91fa7007222179/dms3rep/multi/IMG_20210921_131553.jpg"/&gt;&#xD;
  &lt;/a&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  
         Hier die Erlebnisse und Einordnungen zur Ausstellung! Quelle Bilder: H. Krumbein Quelle Film: Salve TV
         &#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
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      <pubDate>Thu, 18 Nov 2021 11:14:00 GMT</pubDate>
      <author>d4adb080-8675-40cd-b1e8-15c9603a0f91 (Beate Wichmann)</author>
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        <media:description>thumbnail</media:description>
      </media:content>
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        <media:description>main image</media:description>
      </media:content>
    </item>
    <item>
      <title>Ziepzeriep</title>
      <link>https://www.beate-wichmann.de/ziepzeriep</link>
      <description />
      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
         Ziepzeriep
        &#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
  &lt;img src="https://cdn.website-editor.net/f70da950abf14bb48d91fa7007222179/dms3rep/multi/2021_05_30+Comic+Gastro+o-ffnen.JPG"/&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  
         Es ist am frühen Morgen. Die Vögel zwitschern ihr morgendliches Konzert: „Ziep, ziep, piep, pip, piep, ziezeriepziepzeriep“ usw. Die Amseln, die Meisen, die Elstern und Tauben des Hinterhofs, selbst die Enten der Krämerbrücke und die Krähen sind lauter geworden. Im Hinterhof der Erfurter Innenstadt geben sie selbstbewusst ihr Stelldichein.
         &#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Ich liege in meinem Hochbett, neben mir schläft der Mann leise. Meine gefüllte Blase hat mich geweckt, die morgendliche Kühle des Mai 2021, der sich wie ein nicht enden wollender November anfühlt, zieht herein. Ich ziehe mir die wärmende Decke bis zur Nasenspitze und lausche dem Morgenkonzert. Eine regelrechte Konzertdarbietung spielt sich ab. Ich lausche und überlege, was für ein Tag ist. Mir fällt ein: „Sonntag“ und ich denke - gut so. Ich kann also noch dem Grande Finale der Amseln lauschen und dann auf die Toilette gehen. Die Spatzen piepsen dann so vor sich hin. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Kein Mensch krakehlt nach dem Kneipenbesuch, kein Kind schreit, kein Kneiper räumt seine leeren Fässer zur Seite oder klopft die Schnitzel. Es ist eine selige Ruhe. In der Ferne immer wieder „krah, krah“, in der Nähe leise „ziep, ziep“ und zwischen drin „gurr, gurr.“
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          SARSCoV19 heisst das Coronavirus, was nun schon ein und einhalbes Jahr seine tödliche Schneise schlägt. Es bewegt sich über die Welt und richtet Unheil an.  Menschen sind gestorben. Viele von Ihnen durch ihren Dienst am Menschen. Krankenschwestern und Krankenpfleger und Reinigungskräfte und Ärzte. Traurig, sehr traurig.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Und nun 89.014 Tote allein in Deutschland. Weltweit Millionen. Gestern allein 150 Menschen in Deutschland, einfach gestorben. Nicht einfach, aber einfach an einem Virus, was es vor zwei Jahren noch gar nicht gab. Jeder Einzelne verdient die Zuwendung und Erinnerung und die Trauernden das Mitgefühl. Mögen Sie in Frieden ruhen und den Trauernden Trost geschenkt werden.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          „Gurr, gurr“…macht die Taube. „Zitscheriep“ die Spatzen und „Krah, krah“ das Rabengetier.
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Und was scheint für die Mitmenschen nun wichtig? Wenn man in den letzten Tagen durch die Stadt geht, bekommt man den Eindruck, es gebe nichts Wichtigeres als die Kneipen wieder in Gang zu bringen. Aufgeregte Wirte fragen nach Regeln über die sozialen Netzwerke an und ob man auch wirklich kommen würde. Andere bauen einfach ihre Tische und Stühle im Außenbereich auf und wischen sie blank. Plötzlich kommen die Menschen aus ihren Wohnungen heraus. Der Mai ist verregnet, trotzdem sitzen sie da in ihren Decken und fressen und saufen, als wäre eine Hungersnot gewesen. Aus den geöffneten Fenstern der Kneipen dringen Brandgerüche, als hätten die Köche das Kochen verlernt. Am Schlimmsten stinkt mir die Rauchwolke des Franzosen an der Ecke, der die Ofenbedienung für das Flammkuchenbacken erst einem neuen Mitarbeiter nahe bringen muss. 
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Der kleine Mann, der sich im Laufen die Pommes in den Mund stopft, der kommt mir bekannt vor. Ich hänge dem Gedanken nach. Dann fällt es mir ein. Das war doch der, der mal am Nachbartisch im Willy B. gegenüber des Hauptbahnhofs so gekonnt heraus komplementiert wurde. Die Kellnerin bat damals vor weiteren Essensbestellungen um Zwischenabrechnung. Es begann in seinem Rucksack zu wühlen. Sie daraufhin: „Haben Sie kein Geld?“ Er kleinlaut: „Nein“ Sie: „Aber das wussten sie doch vorher. Warum bestellen sie dann immer weiter?“ Er ohnehin etwas klein gewachsen, versank fast im Korbstuhl. Sie nun: „Entweder sie gehen sofort und kommen nie wieder oder ich rufe die Polizei.“ Er raffte hastig seine sieben Sachen zusammen und zog in Richtung Bahnhof davon. Er tat mir leid. So armselig, so verfressen, so ohne Maß und ohne liebevolle Begleitung, die ihn von solchen Dummheiten abhalten könnte. Schlanker ist er geworden in den drei Coronawellen von 2020/2021. Wahrscheinlich lebt er in einem Heim und bekommt dort gesundes Essen. Aber diese Freiheit, die ihn nun wieder heraustreibt, man kann ihm die Freiheit und Freude ansehen. Die Pommes werden reingeschoben, als bekäme er nie wieder welche. Er scheint zu denken: „Alles wieder offen, so viele Möglichkeiten!“
         &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
          Ich denke, dass die Menschen doch jetzt etwas gelernt haben sollten, wenigsten kochen können Sie doch besser und ich verstehe auch den Drang nach dem Sozialen, aber teile ihn nicht. Ich finde die Ruhe war schön, schön ruhig, irgendwie menschenfreundlicher und die Ornithologen freut es sicher auch. Na wird schon weitergehen, ist ja die Erfahrung. „Krah, krah“ klingt es aus der Ferne und laut „Piep, piep“ direkt vorm Fenster. Mal sehen wie der Sommer wird, bevor er wieder viel zu schnell vorbei ist und ich mich frage:
          &#xD;
    &lt;i&gt;&#xD;
      
           Woran werde ich einst sterben? 
          &#xD;
    &lt;/i&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
&lt;/div&gt;</content:encoded>
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      <pubDate>Sun, 30 May 2021 05:20:26 GMT</pubDate>
      <author>d4adb080-8675-40cd-b1e8-15c9603a0f91 (Beate Wichmann)</author>
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      <title>Pandemiegesichter</title>
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         Pandemiegesichter
        
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         Die tägliche Bewegung ist wichtig. Meine Hausärztin sagte kürzlich: „Sitzen ist das neue Rauchen!“ Ich nahm mir vor, die von vielen Seiten angeratenen 10.000 Schritte täglich zu gehen. In den Ferien gelingt es tadellos. In der Schulzeit im Homeschooling ist das schwieriger. Ich gehe, obwohl ich Effizienzfanatikerin bin, sinnlos zum Briefkasten oder zum Müll oder eine Runde um den Block, der nebenbei ganz hübsch ist, weil er an der via regia entlang geht und ich in wenigen Schritten bei der Erfurter Krämerbrücke bin. Das Schöne so nah steht aber dem Ziel des Schrittemachens entgegen. Nun nehme ich mir vor an die Arbeitsstätte zu gehen, damit ich Schritte bekomme. Die Schritte werden auf dem Smartphone mitgezählt. Irgendwie muss man ja zu seinen kleinen eigenen Alltagsstatistiken gelangen. 
         
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          Jedenfalls gehe ich an die Arbeitsstätte, um nach dem Rechten zu sehen, weil Unterrichten dort, gerade zu gefährlich ist. Zu viele Viren, zu vielen potentielle Virenträger, zu wenig Platz. Der Unterricht läuft Online und ich suche mir ein Anliegen, warum ich da mal hingehe. Ich will einmal ins Postfach sehen. Das kann ich nur tagsüber, wenn ich Zugang zum Postfach habe. Ich marschiere los. Auf dem Spaziergang kreuzt der Landesrabbiner meinen Weg. Ich freue mich, ob des bloßen Umstandes, dass er so unbemerkt und unbeachtet des Weges gehen kann und das er da ist, hier in der Stadt in der einst Pogrome gegen Juden veranstaltet wurden, flächendeckend, allumfänglich - alle tot, schon 1349. Später dann die Shoa. Ich hänge meinen Gedanken nach und will beim Fröhlichen bleiben und lächele und denke: schön, dass er da ist der Alexander Nachama. Hoffentlich bleibt es so. Ich gehe weiter und lasse mich auf die Blüten ein und sauge den beginnenden Frühling auf. Ich will positiv denken.
         
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          In der Nähe der Schule merke ich, dass ich während der Hofpause ankomme. Ich sehe rauchende OberstufenschülerInnen. Ich grüße und gehe zum Haupteingang hinein. Das Sekretariat ist geschlossen. Ich bitte einen Kollegen mit Schlüsselgewalt mir zu öffnen. In höflicher und doch zugewandter Routine fragt er: „Wie geht es dir?“ Wissend, dass er keine langen Ausführungen über Krankheiten mag, antworte ich kurz: "Gut, aber meiner Mutter hat Krebs.“ Seine Erwiderung ist mehr ein bedauerndes Geräusch, als ein Wort, höchstens noch begleitet mit „Scheisse“ - aber mitfühlend ausgesprochen. Sein Umgang eben, ich verdenke es ihm nicht. Es ist eher der Überforderung und der zeitlichen Maschinerie der Schule geschuldet, deren Logik im 19. Jahrhundert entstand. Ich glaube da wurden Eltern von Lehrerinnen gar nicht über 80 und man brauchte das nicht so, damals ging man vielleicht eher morgens seinem Beruf in der Schule nach und nachmittags bereitete man sich für den nächsten Tag vor. Keine Ahnung wie damals KollegInnen miteinander kommunizierten. Heute läuft da viel übers Netz und neue Anwendungen, die alle Informationen weiter tragen. Alle? Wirklich alle? Was macht das denn aus, das miteinander Arbeiten? Das Kollegensein, das den Alltag teilen? Mitmenschlichkeit ist eine schöne Sache. Meist zeigt sich das in Krisen, den persönlichen und den gesellschaftlichen gleichermaßen. Man wird nach der Pandemie sehen müssen, wie man weiter miteinander zurecht kommt. 
         
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          Jetzt muss man erstmal Schritte machen, damit man die Zeit gut überlebt, geistig und körperlich. Ich gehe weiter meines Weges und wen treffe ich? Einen alten Freund. Er ist Priester. Katholischer Priester. Eines Tages wird der Kardinal, wenigstens Bischof, da bin ich erfreut darüber. Es ist schön sich kurz und knapp und tiefgründig unterhalten zu können. Wenige Minuten reichen einzudringen in die Lebensrealität des Anderen, Mitgefühl zu äussern und sich auf später zu vertagen, ohne sich leer zu fühlen oder vertröstet. „Nach der Pandemie…“ hört sich in dem Gespräch hoffnungsvoll an, ehrlich, voller Ideen und Projekte und sinnvoll zu lebender Zukunft. Fröhlich ziehe ich meinen Weg weiter durch die Stadt. 
         
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          Ich sehe eine Gruppe von Menschen, die nebeneinander in der Trommsdorffstraße stehen. Sie sind syrischer Herkunft. Sie haben Ramadan. Ich denke, dass sie zu nah beisammen stehen und ärgere mich über mich selbst, dass ich es nicht vermocht habe, einen fröhlichen Ramadan oder einen gesegneten Ramadan zu wünschen. Ich vertröste mich selbst, indem ich denke: Na wer weiß, was Sie geantwortet hätten und dann wäre womöglich meine schöne Stimmung kaputt gewesen. Ich vertreibe auch diesen dummen Gedanken und gehe weiter. Ich will fröhlich bleiben und Schritte machen. Ich habe einen Termin bei der Hausärztin. Ich muss mich beeilen, sonst komme ich zu spät.
         
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          Ich sehe hinterm Kaufhaus weiße Porzellanpuppen. Sie haben keine Gesichter und ich denke: schnell noch ein Bild machen und das kann ich als Symbolbild nehmen. Wegen der rechtlichen Fragen, muss es neutral sein. Was gibt es Neutraleres, als Schaufensterpuppen ohne Gesichter aber mit Geschlecht? Ich versuche von fünf, sechs Metern Abstand mit dem Smartphone zu fokussieren. Ich merke, dass das Smartphone so schlau nicht ist. Ich gehe näher heran. Ich nehme meine Objekte in den Blick, ohne die dabei Arbeitenden genügend zu beachten. Ich gehe einfach mit dem Blick auf den Kamerafokus so nah heran, dass es ein sinnvolles Symbolbild ergeben könnte, wenn ich abdrücke. Eine dort arbeitenden Frau, aus dem Augenwinkel nehme ich sie wahr, wird aggressiv. Ich sage laut und deutlich: „Ich finde die Puppen sehen ja so lustig aus, auf dem Haufen. Ich wollte nur davon ein Bild machen. Ich habe keine Menschen mit aufgenommen.“ Sie antwortet in der von mir wahrgenommenen Grundaggression, die unsere Gesellschaft gerade so prägt: „Das kann heutzutage gefährlich werden!“ 
         
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          Ich gehe schnell von dannen, habe ja einen Termin und ärgere mich für den Rest des Tages über diesen Stumpfsinn. Was soll denn daran gefährlich sein? Was bedeutet nur für Menschen Gefahr? Welcher Kategorienfehler im Denken? Sollen mich doch die Menschen dieser Welt verklagen. Im Angesicht der Pandemie, im Wahrnehmen des Leidens der Menschen und Mitmenschen, die gezeichnet von Krankheit oder Leid oder Arbeit sind. Was bedeutet denn in diesem alltäglichen Zusammenhang die Gefahr? Es wirkt so frustrierend und lächerlich und meine gute Laune von zuvor ist im Eimer. Mitmenschen sind manchmal anstrengend. Die mit Gesichtern weniger, als die Zeitgenossen ohne. Mir macht das Leiden.
         
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          Die 10.000 Schritte habe ich geschafft an dem Tag, aber was hat mich geschafft?!
         
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      <pubDate>Sat, 17 Apr 2021 13:08:53 GMT</pubDate>
      <author>d4adb080-8675-40cd-b1e8-15c9603a0f91 (Beate Wichmann)</author>
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      <title>Schafe</title>
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      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
                  
         Das Grippejahrfünft 
         
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         Ich weiß noch, wie mich der Schlag traf, als ich das Wort: Grippejahrfünft verstanden hatte. Es war im frühen Frühjahr 2020. Um herauszubekommen und für mich abzuschätzen wie lange die Pandemie noch gehen würde, habe ich alles zum Thema der sogenannten „Spanischen Grippe 1918/19“ gelesen. Ich wollte wissen, wie hat sich die Pandemie vor über 100 Jahren abgespielt und was kann man daraus ableiten. 
         
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          Ich las auch den Aufsatz von Eckard Michels. Ein sehr lesbarer Aufsatz, den ich jedem medizinhistorisch Interessierten ans Herz legen mag. 
         
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  &lt;/div&gt;&#xD;
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          https://www.ifz-muenchen.de/heftarchiv/2010_1_1_michels.pdf
         
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  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
                    
          Darin kam es dann vor, das Wort „Grippejahrfünft“ - auf Seite 25 erst, dort aber als Überschrift. Ich kannte bis dahin nur Jahre, Jahrzehnte, Jahrhunderte und Jahrtausende. Ich stolperte über das Wort, und fragte mich: Was ist denn ein Jahrfünft? Ich dachte hin, ich dachte her und plötzlich wurde mir schmerzlich bewusst: die Pandemie geht nicht ein Jahr, nicht nur zwei Jahre, sie geht womöglich länger, bis zu fünf Jahren! Ich war geschockt. Diese vermeintlich harmlose Überschrift löste alle Hoffnungen die Pandemie heutzutage bald bezwungen zu haben in ein Nichts auf. Es machte sich eine zähe Hoffnungslosigkeit in mir breit. Ich putzte die Fenster, sortierte die Klamotten aus, sogar die Schuhschränke, ich brachte den Müll in die städtische Entsorgungsstelle, die auch die defekten elektrischen Kleingeräte, wie ausgediente Körperwagen und Bügeleisen annahm. Wozu braucht man Bügeleisen? Die Trainingshosen muss man nicht bügeln! Die Waage zeigte unterdessen nur immer weiter steil nach oben. Alles war zu viel, der Lockdown, die Arbeit, diese Aussichtslosigkeit auf baldige Besserung. Ich konnte mich nicht mehr richtig freuen, ich wusste: ich werde nicht verreisen, ich werde weiter zu Hause hocken, es wird keine Entscheidung dazu führen können, dass dieses pandemische Geschehen so einfach vorbei wäre. Es ist eine Einrichtung auf Dauer nötig und ich wusste es ab diesem Tag im letzten Frühjahr. 
         
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  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
                    
           Nun ist schon wieder Ostern gewesen. Die Hoffnung hat sich ausgebreitet, die meisten Menschen haben den Aufsatz nicht gelesen und haben viel später diese Hoffnungslosigkeit bekommen. Ich habe inzwischen eine neue Waage, die deutlich nach unten zeigt. Ich ernähre mich fröhlich und gesund und esse von 12 Uhr bis 20 Uhr wonach mir der Sinn steht oder was der Kühlschrank hergibt. Ich bewege mich mit 10.000 Schritten am Tag mehr als zuvor und habe den Schrank voller alter Kleider, die ich nun endlich auftrage und die ich voll Freude gegen die triste Hauskluft ausgetauscht habe.
         
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  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
                    
          Derweil läuft die dritte Welle, Menschen werden krank, auch an anderen Krankheiten, manche sterben, viele sind depressiv und hoffnungslos und ich lasse mich von der frohen Botschaft vom Schaf mit den sieben Hörnern und sieben Augen anstecken. Die hoffnungslosen Schafe sind mir aus dem Blick geraten. 
         
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  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
                    
          Irgendwann dürfen wir alle den Herrn schauen. Ich bin gespannt.
         
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  &lt;/div&gt;&#xD;
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      <pubDate>Tue, 06 Apr 2021 12:39:32 GMT</pubDate>
      <author>d4adb080-8675-40cd-b1e8-15c9603a0f91 (Beate Wichmann)</author>
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      <title>Die Onkel</title>
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         Der Tod hat nicht das letzte Wort!
        
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         „Walter ist tot, Walter ist tot!“ hatte mein Onkel gerufen und meinte den ungeliebten Staatsratsvorsitzenden Walter Ulbricht und verband wohl eine Hoffnung auf Änderungen damit. „Eine Woche später war er selber tot“ erzählte mein Vater immer. Der Onkel hatte sich als Student mit anderen Studenten auf Motorrädern in den Thüringer Wald bewegt. Ohne Fahrerlaubnis hatte er sich mal probiert, irgendetwas ist passiert. Ein Stock sei ins Auge gekommen und er war sofort tot, so wurde die Geschichte erzählt. Keiner von uns war dabei, keiner weiß es genau. Die Eltern des Onkels, meine Großeltern hatten ihren Nachzügler verloren. Sie erstarrten in Trauer. Sie trugen ihn zu Grabe auf dem Erfurter Hauptfriedhof. Der Pfarrer, der die Trauerfeier so schön gestaltet haben soll, ist noch am Leben. Ich weiß das alles nur vom Hörensagen. Ich war im Bauch meiner Mutter dabei und doch nicht anwesend. Sie konnte die frohe Botschaft für sich behalten, es hätte sowieso keinen richtig erfreut. Dann starb kurz nach meiner Geburt meine Großmutter. Ihr wurde ein schönes Grab auf dem Arnstädter Friedhof ausgesucht. Es war größte Sommerhitze, die Eiche am Grabrand fand noch keine Beachtung, die Eicheln und Blätter sammle ich jetzt immer auf. Jahrelang war alles ruhig. Erst in meiner beginnenden Pubertät trank mein Großvater ein halbes Glas Rotwein und schlief nach der täglichen Bibellektüre friedlich ein. Der Anruf erreichte mich im Kinderzimmer. Die Tante aus Weimar rief an und informierte uns. Meine Mutter weilte bei ihren Eltern hinter dem eisernen Vorhang. Es begann ein tagelanger Anrufversuchsmarathon. Das Fräulein vom Amt, wo man die Anrufe in den Westen anmelden musste, meldete sich nicht zurück. Meine Mutter rief umgekehrt auch nicht zufällig mal an. So warteten wir Geschwister und mein Vater abwechselnd am Telefon, um gegebenenfalls, falls die Vermittlung doch noch klappte, die Todesnachricht mit der sofortigen Rückkehrbitte zu überbringen. Irgendwie war nach fünf Tagen die Information an meine Mutter gelangt. Sie kehrte schnell zurück, packte die stark duftenden Geschenke aus - aus dem Westen hat alles geduftet - schlief eine Nacht und wir brachen per Bahn in den tief verschneiten Wintertag auf. Die Trauerfeier sollte gegen Mittag auf dem Weimarer Friedhof sein. Wir verließen unsere nordthüringische Kleinstadt mit der Eisenbahn. Dick verschneit bahnten sich schnaufende Dieselloks den Weg über die Gleise und Weichen. Wir sahen eine herrliche Winterlandschaft mit eiszuckergefrorenen Bäumen, wie ich sie selten wieder gesehen habe. Alles war wie verzaubert. Angekommen in Weimar hetzten wir durch die Stadt und durften den Großvater am offenen Sarg nochmal sehen. Das Glasauge sah mich an. Die Fingerkuppen waren blau, die Nägel weiß. Ich erkrankte dann kurz darauf an einer Nervenentzündung unklarer Ursache und sah vor meinem Inneren Auge immer wieder den Großvater mit seinem Glasauge im Sarg. 
         
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          Irgendwann ging auch das vorbei. Die Bestattung muss dann in der Folgezeit am Grab meiner Großmutter stattgefunden haben. Wir besuchten nun abwechselnd die Gräber des Onkels in Erfurt und das der Großeltern in Arnstadt. In Erfurt gab es Eichhörnchen und die Eltern erzählten Geschichten über Grabpflege. Ein entfernter Bekannter meines Onkels, der sich wie die Großeltern mütterlicherseits selbst hinter den Eisernen Vorhang in den Goldenen Westen verzogen hatte, pflegte das Grab. Wir überbrachten dem Mann immer einmal jährlich 100 Mark West, damit er die Bepflanzung vornahm. Ordentlich war das Grab trotzdem nie, irgendwann kamen wir und es war weg. „Eingeebnet!“ sagte mein Vater und schüttelte den Kopf als wollte er sagen, was für ein Vergehen. Wir hatten es vorher nicht gewusst, wahrscheinlich hatten meine Großeltern im Westen nicht angenommen, dass wir da noch hingingen, vielleicht wollten sie einfach den Schmerz über den Verlust des Sohnes Männer vergessen oder das Leid über die Trennung der Familie in Ost und West verringern. Wir fanden es seltsam, mein Vater war leise empört. Wir fuhren nun jahrelang nur noch an das Grab nach Arnstadt. 
         
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          Dann starb mein Onkel in Berlin. Den ersten Krebs hatte er noch jahrelang überlebt, den zweiten dann ausgehalten. Immerhin war er im Kreise seiner lieben an Weihnachten und zu Hause gewesen. Kalt war die Beerdigung, aber würdevoll. 
         
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          Dann wenige Jahre später starb mein Vater. Einfach so, nach einer kleine Krankheitsphase mit Herzeingriff und hustendem Bettnachbarn hatte sich der Husten festgesetzt. Es war noch vor den pandemisch um sich greifenden Coronaviren. Er war zwei Tage vor seinem Tod noch ins Krankenhaus gefahren wurden. Trotz Herzschwäche legte man ihn da auf die Orthopädie, dementsprechend kam der Tod auch nicht abgesprochen. Nach dem Frühstück legte sich mein Vater einfach auf die Seite, sah in den Park und zack nahm er ihn mit. Ganz leise. Wir brachten ihn dann in die Nähe der Stelle des Onkels, wo wir selbst so lange schon hingegangen waren. Am Grab tönte der Onkel, der nun als letztes verstarb sehr eigenwillig: "Martin du bist nun beim Herrn.“ Unvergessen. Wer will schon in der Masse untergehen? Dieser Onkel jedenfalls nicht. Er hieß Richard Wagner, war unmusikalisch und meine Tante hatte 52 Jahre lang auf ihn gewartet. Die anderen wollten alle nur Komisches von ihr. Dieser aber meinte es ernst und war ein Geschenk. In der Tat. Nun haben wir ihn in das Grab gebracht, das wo der Vater, wie man ihn nannte lag. Mein Großvater hat nun einen neuen alten Gesellen und der Herr im Himmel hat einen neuen Disputanten. Das stelle ich mir witzig vor. Wie bei Artus in der Tafelrunde sitzen auch Onkel Knut und der andere Großvater aus Offenbach noch dabei. Die Frauen sind zu Hause oder am Grab, jedenfalls haben die noch zu tun hier, auf der Erde. Die Männer machen sich zuerst aus dem Staub. Erde zu Erde - Asche zu Asche und Staub zu Staub.
         
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          Besinnliche Karwoche 2021
         
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  &lt;/div&gt;&#xD;
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      <pubDate>Mon, 29 Mar 2021 07:21:03 GMT</pubDate>
      <author>d4adb080-8675-40cd-b1e8-15c9603a0f91 (Beate Wichmann)</author>
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      <title>Die alten Tanten</title>
      <link>https://www.beate-wichmann.de/die-alten-tanten</link>
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      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
                  
         Die alten Tanten
        
                &#xD;
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          Im Laufe des Lebens, so wirkt es auf mich, bekommt man immer mehr davon. Die alten Tanten scheinen sich anzusammeln. Sie werden ein Heer von einflussnehmenden, eindringenden Menschen. Sie wollen einem noch etwas mitgeben, nicht im Sinne von Erbtanten, vielleicht auch, aber eben nicht nur. Sie wollen ihre Geschichten und Geschichte loswerden, um loszulassen, loslassen zu können, eines fernen Tages. Eigentlich wollen Sie ihre Geschichten und Geschichte behalten, wie sie eigentlich alles behalten wollen. Sie wollen sich nicht lösen von alten Töpfen und Pfannen, von Bettzeug und Tischdecken, von Vasen und Blumentöpfen, von Schränkchen und Tischchen, von Regalen und Lampen, von Bildern und Bilderalben, von Heftern und Heften, von Büchern und Zeitschriften. Es erscheint alles so bedeutungsvoll, man könnte es noch einmal gebrauchen, man weiß nie, welche Zeiten noch kommen. Man hat schließlich den 2. Weltkrieg und seine Folgen am eigenen Leib gespürt. Man hat erlebt was Hunger und Armut, wenigstens Knappheit bedeutet. Man weiß von jedem Gegenstand seines Haushaltes, wer den aus der vorherigen Generation zu einem selbst gebracht hat und sieht wie die alten Tanten, wiederum im zusammengewürfelten Haushalt ihrer Mütter und Tanten leben. Dieses Sammelsurium an schönen Dingen und ausgesprochenen Hässlichkeiten sind bezaubernd. Die alten Tanten bringen etwas ins eigene Leben, was nicht zu erwarten war. Man bekommt von den Patentanten mehr mit als den Glauben und die Glaubensbeziehung zu Gott und den Menschen. Plötzlich im Alter von über vierzig oder fünfzig Jahren scheinen sich die Relationen zu verändern und die Bezüge neue Zielpunkte zu erhalten. Von alten Tanten bekommt man den Tod und das Leben vor Augen geführt, die zeitliche und körperliche Begrenztheit der alten Tanten wird mir unweigerlich vor Augen geführt und bekommt neuen Schwung. Eine Art von Langeweile und Ordnung hatte sich eingestellt. Das Leben verlief in sogenannten geordneten Bahnen. Plötzlich wird die anerzogene Ordnung durch Krankheiten der alten Tanten in Unordnung gebracht und die Unordnung der alten Tanten wird zum Zielpunkt der in Ordnung zu bringenden, zerbrechlichen Leben der Anderen. Komische Äußerlichkeiten müssen geordnet werden, aber mehr das Leben, was gelebt wurde , will verstanden werden. Warum ist es denn so verlaufen? Welcher Bruder, also alter Onkel, hat welche alte Tante, als sie noch gar keine alten Tante, also eigentlich überhaupt keine Tante war, geärgert, verärgert, wissentlich oder unwissentlich positiv oder negativ geprägt? Welche Mutter der Tante, also die eigene Großmutter oder entferntere großmutterähnliche Tante hat wiederum Einfluss auf die Tante genommen oder welche noch ältere Tante hat auf die jetzt alte Tante vor dreißig oder vierzig Jahren Einfluss genommen und welchen? Es ist ein Sammelsurium von Eindrücken, die in das vormals geordnete und in geordneten Bahnen verlaufende Leben eindringt, die sich ein Erbe aufbaut, die sich in neuen, frischen Erinnerungen an viel ältere Zeitschichten Bahn bricht und Raum fordert. Eine raumfordernde Erinnerung bricht sich neue Wege in dem jetzigen Leben und gibt etwas weiter, was in Vergessenheit zu geraten schien, was vergessen schien und nun weiter leben kann, bis ich selbst eine alte Tante bin und es anderen erzähle, wenn sie denn zuhören. Die Nichten und Neffen werden es nicht sein können, da auch meine Geschwister, wie ich selbst, kinderlos blieben und doch werden diese Geschichtchen und Geschichten nicht verloren sein, bis der letzte silberne Löffel vererbt und der letzte Löffel abgegeben sein wird. 
         
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    &lt;br/&gt;&#xD;
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          Die Männer verabschieden sich übrigens vorher. Die alten Onkel, die sind eine ganz eigene Geschichte.
         
                  &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
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    &lt;br/&gt;&#xD;
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      <pubDate>Sun, 21 Mar 2021 07:46:09 GMT</pubDate>
      <author>d4adb080-8675-40cd-b1e8-15c9603a0f91 (Beate Wichmann)</author>
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      <title>Ist die Katze aus dem Haus...</title>
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      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
                  
         ...tanzen die Mäuse auf dem Tisch
        
                &#xD;
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         Ist die Katze aus dem Haus...
         
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          ...tanzen die Mäuse auf dem Tisch! Franzi ist weg, den Brückenkater Franz hat sie gleich mitgenommen. Nach Hiddensee ist sie gezogen, in eine Bleibe namens: Der kleine Prinz. Wenn das kein Omen ist?
         
                  &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
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          Am frühen Abend des Tages ihrer Abreise in den Iden des Märzes 2021 ist es leer auf der Krämerbrücke. Auf der Seite der abgerissenen Brückenkopfkirche sind Blumenkübel aufgestellt, die in der Provinzzeitung Thüringer Allgemeine diskutiert werden. Jetzt sind das also giftige Eiben, die da in Kindergreifhöhe aufgestellt wurden. Okay, es betrifft nur Kinder über 90 Zentimetern. Ich meine die Arme an so einem Kinderkörper sind mitunter nach oben beweglich. Wenn ich an den 3jährigen Wirbelwind denke, der bei meiner Mutter immer spielt, weiß ich um die Beschleunigung eines Kindes, gerade wenn es klein ist. Alles begreifen wollen, das ist doch eine feine Sache, wenn es gerade giftig ist, wird es schnell brenzlig. Naja, der Giftnotruf im Krankenhaus ist jetzt indirekt schonmal gewarnt. Die Kübel wurden übrigens rosa und zart himmelblau angestrichen. Das ist schön, alles in so seichtem Dunst verschwinden zu lassen. Da gab es mal ein Lied von einer DDR Sängerin...“alles ist rosa und zarthimmelblau, alles nur rosa und zarthimmelblau.“ Als pubertierende Teenagerin hat mir das gefallen. Vielleicht ist das also eine Ode an die Jugendlichen, die in diesen Corona-Pandemie Tagen so stark ausgebremst werden und sich nicht verlieben und nicht ausreichend tanzen gehen können. Vielleicht kosten die an den Eiben und hauen sich dann chillig hinter der Krämerbrücke auf die Wiese neben den Sandmann. Umkippen müsst ihr die nun auch nicht, ich kann euch verraten was drunter ist: unter den Töpfen sind Holzkreuze. Ich weiß es sicher, ihr könnt mir das glauben. Ich habe es heimlich beobachtet, als die Gruppe von Arbeitern die reingezimmert haben. Das ist nur ein halber Blumentopf auf einem Holzkreuz, also nicht so eins wie bei Jesus oder Andreas, sondern zwei in einander gekeilte Bretter: ein Kreuz für die Eiben. Das wurde da alles ganz akkurat reingebaut und dann die Stellweise betrachtet. Die Töpfe weisen jetzt den letzten Autos den Weg, die müssen ja schließlich auch durch, was könnte wichtiger sein? Ach ja ein Baum. Ein schöner Baum auf der Mitte eines Platzes. Was für eine Vorstellung der Bauminitiative: ein Baum in der Stadt. Wenn die Buga weiter ihren Lauf nimmt, dann schaffen wir das noch, mit dem EINEN Baum. Ich meine, dann wird auch der letzte wurzelnde Baum herausgeschlagen. Die Ersatzpflanzungen werden in den nächsten Jahren bestimmt in den Haushalt für die Ortsteile eingestellt. Ach, die haben gar keine eigenen Haushalte. Na, da gibt es dann eben keine Bäume, warum auch? 
         
                  &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
                    
          Gibt ja wichtigeres zu tun, steht ja überall, dass ohne die Läden Erfurt stirbt. Das macht mir Angst. Was nur machen Menschen, wenn sie nicht schoppen können? Ist schon wichtig, besonders an der Krämerbrücke, ich verstehe es, aber es gleich mit meinem Sterben in Verbindung zu setzen, finde ich doch ein bisschen gewagt. Ich bin nämlich auch ein Teil von Erfurt und gedenke nicht zu sterben, nicht an Corona und nicht an was anderem, jedenfalls noch nicht jetzt. 
         
                  &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
                    
          Deshalb gucke ich mal, wie sich die Provinzposse wieder hochschaukelt: Autos vom Wenigemarkt verbannen, das trägt bestimmt auch zum unmittelbaren, plötzlichen, schnellen Tod von Autofahrern bei. Ich fänd es ja schön an dem plätschernden Brunnen in abendlicher Stille an den Kastanien zu sitzen und dann weiterzuziehen: zum Benediktsplatz unter die große Linde und dann weiter zum Kirchenamt im Collegium Majus. Von Baum zu Baum hangeln, wie unsere tierischen Verwandten, ein bisschen den Vorbeiziehenden aufs Maul zu schauen und den Menschen zuzuhören oder den Katzen oder den Mäusen, die jetzt auf dem Tisch tanzen können.
         
                  &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
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  &lt;div&gt;&#xD;
    
                    
          Jetzt könnte ich einen eigenen Blog des Kiezes beginnen. Irgendwas mit Mäusen wäre vielleicht gut…das BeateMäuschen;-)
         
                  &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
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      <pubDate>Tue, 16 Mar 2021 06:35:35 GMT</pubDate>
      <author>d4adb080-8675-40cd-b1e8-15c9603a0f91 (Beate Wichmann)</author>
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      <title>saytheirnames</title>
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      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  
                  
         Danke TA!
        
                &#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div&gt;&#xD;
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&lt;/div&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
                    
          Die Zeitung ist an allem schuld. Alles gerät irgendwie durcheinander. Seit die Zeitungsmacher die Zeitung in digitaler Form herstellen und bereits abends gegen 21 Uhr eine freundlich, grüne Push Nachricht auf dem Handy aufplobbt, dass die neue Ausgabe da ist, kann ich nicht Wiederstehen. In der schnelllebigen Zeit gilt: Nichts ist so alt, wie eine Nachricht von gestern. Ich lese jetzt immer abends die Tageszeitung des nächsten Tages. Dann schlafe ich mit den Gedanken des neuen Tages ein. Ich träume oft.
         
                  &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
                    
           Heute Nacht träumte ich, wie ein neuer Schulleiter in meiner Schillerschule auf dem Schulhof zur Begrüßung lachend den Hitlergruß zeigt. Er bricht diesen dann ab und äußert überheblich und anscheinend entschuldigend bemerkt er: „War doch nur ein Spaß!“ 
         
                  &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
                    
          Ich sehe überall die Gesichter meine KollegInnen. Sie schauen erstarrt, befremdet, sich abwendend, verblüfft. Ich finde meine Sprache schnell wieder und sage, nein rufe krächzend laut: „Was soll das? Das ist kein Spaß! Das ist doch kein Kavaliersdelikt! Was soll das? Ausgerechnet heute?“ 
         
                  &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
                    
          Es ist ein Jahr nach den rassistischen Mordanschlägen von Hanau. 
         
                  &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
                    
          Nein, wir lassen solche und andere Ausfälle nicht einmal im Traum unkommentiert.
         
                  &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
                    
          Wir sagen ihre Namen: 
         
                  &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
                    
          Gökhan Gültekin
         
                  &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
                    
          Sedat Gürbüz
         
                  &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
                    
          Said Nesar Hashemi
         
                  &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
                    
          Mercedes Kierpacz
         
                  &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
                    
          Hamza Kurtović
         
                  &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
                    
          Vili Viorel Păun
         
                  &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
                    
          Fatih Saraçoğlu
         
                  &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
                    
          Ferhat Unvan
         
                  &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
                    
          Kaloyan Velkov
         
                  &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
                    
               #SayTheirNames
         
                  &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
                    
          Wir sind eine Schule mit dem Titel „Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage!“ Wir haben die Selbstverpflichtung gerne angenommen, als vor ein paar Jahren die SchülerInnen damit ankamen. Jetzt ist es an uns LehrerInnen diese Verpflichtung zu unserer eigenen Sache zu machen. In meinem Traum stimmen die Kolleginnen mit ein und sagen erst leise, dann lauter: „Was soll das?“ „Das wird Konsequenzen haben!“ „Von solchem Verhalten grenze ich mich ausdrücklich ab!“ Kopfschüttelnd stehen einige da. Andere sagen: „Unter so einem Chef wollen wir nicht arbeiten!“ Ich bin froh und erleichtert, dass die Vernunft gesiegt hat. Es war ein Traum, hoffentlich wird so ein neuer Schulleiter nie wahr.
         
                  &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    
                    
          Ich schlafe weiter. Am Morgen ist es hell. Die Sonne des Frühlings zieht mich aus dem Bett. Der Tag kann beginnen. Es gibt frischen Kaffee, aber keine frische Zeitung. Schade denke ich, die habe ich schon gestern gelesen. Nichts ist von Bestand in diesen Tagen, Danke TA! (TA steht für Thüringer Allgemeine)
         
                  &#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;div&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
  &lt;blockquote&gt;&#xD;
    &lt;blockquote&gt;&#xD;
      &lt;blockquote&gt;&#xD;
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                            &lt;blockquote&gt;&#xD;
                              &lt;div&gt;&#xD;
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                                  &lt;div&gt;&#xD;
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                           Eure Beate Wichmann
                          
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                              &lt;/div&gt;&#xD;
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                      &lt;/blockquote&gt;&#xD;
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                  &lt;/blockquote&gt;&#xD;
                &lt;/blockquote&gt;&#xD;
              &lt;/blockquote&gt;&#xD;
            &lt;/blockquote&gt;&#xD;
          &lt;/blockquote&gt;&#xD;
        &lt;/blockquote&gt;&#xD;
      &lt;/blockquote&gt;&#xD;
    &lt;/blockquote&gt;&#xD;
  &lt;/blockquote&gt;&#xD;
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    &lt;br/&gt;&#xD;
  &lt;/div&gt;&#xD;
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      <pubDate>Sat, 20 Feb 2021 13:07:07 GMT</pubDate>
      <author>d4adb080-8675-40cd-b1e8-15c9603a0f91 (Beate Wichmann)</author>
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      <title>Careleavers</title>
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      <content:encoded>&lt;h3&gt;&#xD;
  &lt;span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
      &lt;span&gt;&#xD;
        
            Was aus Kindern so wird...
            &#xD;
        &lt;br/&gt;&#xD;
      &lt;/span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;/span&gt;&#xD;
&lt;/h3&gt;&#xD;
&lt;div data-rss-type="text"&gt;&#xD;
  &lt;span&gt;&#xD;
    &lt;span&gt;&#xD;
    &lt;/span&gt;&#xD;
    
          Liebe junge und geistig junggebliebenen Leute,
          &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;a href="https://www.brueckensteine.de/stories/interview-konrad?fbclid=IwAR2sr8oDoxbd7EIwGsggr8qfM-_LqvO3gWwJdKCGoM2T0ooxqOerKEWhRWU" target="_blank"&gt;&#xD;
      
           https://www.brueckensteine.de/stories/interview-konrad?fbclid=IwAR2sr8oDoxbd7EIwGsggr8qfM-_LqvO3gWwJdKCGoM2T0ooxqOerKEWhRWU
          &#xD;
    &lt;/a&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    
          Hier das war ein ermutigendes Beispiel von Konrad Erben.
           &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    
          Ich werde das Wort Careleaver jetzt immer mit Konrad verbinden, aber auch mit all den anderen Kindern, die ich in meinem LehrerInnendasein schon begleiten durfte. Die Heime, in denen ich euch besucht habe, sind teilweise trostlos eingerichtet gewesen. Es fehlten die persönlichen Rückzugsmöglichkeiten, wo Unordnung und persönliche Ausbreitung möglich gewesen wären, vielleicht habe ich sie nur übersehen. Für mich war es bei meinen Besuchen stets herausfordernd nicht mit purem Mitleid zu reagieren. Am Ende ist es ein ganz anderes Gefühl, was mich bis heute in Bezug auf diese Besuche begleitet. Als Lehrerin und neugieriger Mensch hatte mich oft die liebenswürdige Frechheit und der Kampfgeist der Kids den Unterricht zu stören an die eigenen persönlichen Grenzen gebracht. Es hat mich aber vor allem motiviert, dass ich mal genauer auf die Menschlein mit dem „Schrei nach Liebe“ höre und nach ihnen schaue. Es waren eindrückliche Besuche in euren kargen Zimmern. Ich habe oft in den Sommerferien nach den Schuljahren, in denen ich euch begegnet bin, intensiv an euch gedacht. Es war nicht einfach abzulegen, was und wie ihr lebt, ertragen zu können. Am liebsten hätte ich euch alle adoptiert und mit zu mir nach Hause genommen. Dazu fehlte am Ende mir der Mut.
          &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    
          Ich habe deshalb etwas anders versucht zu verarbeiten, was sein könnte und ein Buch geschrieben. Eines, was ein idealeren Ort und Menschlichkeit eines Caregivers, wie bei dem erdachten Lehrer Dad Phil in meinen erdachten Heim. Wer es lesen mag: es heißt „Am Arsch des Stephansdoms“ - link zum Buchladen ist weiter unten.
          &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    
          Ich will nicht Aufgeben ein gutes Leben für so viel mehr Menschen für möglich zu halten.
          &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    
          Ich selbst bin voller Dankbarkeit, diese jungen Menschen ein wenig auf ihrem Weg begleitet zu haben. Es ist auch Hoffnung, dass ich Sie etwas ermutigen konnte, ihren Weg zu beschreiten und sie mir abgespürt haben, dass ich sie als Menschen, um ihrer selbst Willen, wahrnehme.
           &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    
          Ich danke euch Max, Pascal, Ferhat, Mohammad Ali und Angi. Macht etwas aus eurem Leben!
           &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    
          Ich denke immer mal an euch und vergesse euch nicht!
          &#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    &lt;br/&gt;&#xD;
    
                                              Eure Beate Wichmann
         &#xD;
  &lt;/span&gt;&#xD;
  &lt;br/&gt;&#xD;
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      <pubDate>Thu, 18 Feb 2021 09:07:08 GMT</pubDate>
      <author>d4adb080-8675-40cd-b1e8-15c9603a0f91 (Beate Wichmann)</author>
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